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Die thailändische Sprache

Thai zählt zur Familie der sinotibetischen Sprachen und ist mit dem Laotischen sowie einigen in Südchina noch gebräuchlichen Sprachen verwandt. Sanskrit- und Pali-Wörter sind im Thai zwar noch er halten, werden jedoch immer weniger gebraucht. Im Zuge der Verwestlichung des Landes finden immer mehr Amerikanismen Eingang in die Sprache. Thailändisch, früher als Siamesisch bezeichnet, ist wie das Chinesische eine isolierende, monosyllabische Sprache, in der die Tonhöhen eine bedeutungsunterscheidende Funktion besitzen. Verwendet werden also meist einsilbige, unveränderliche Wörter, grammatische Funktionen wie Zahl, Geschlecht oder Modus werden durch eigene „Wörter“ ausgedrückt. Da die Einsilbigkeit jedoch nur eine sehr begrenzte Zahl verschiedener Wörter ermöglichen würde, gibt es sechs verschiedene Tonhöhen, die dem Europäer das perfekte Beherrschen der Thai-Sprache fast unmöglich machen. Eine Silbe kann, in verschiedenen Tonhöhen ausgesprochen, mehrere völlig unterschiedliche Bedeutungen haben.

Die thailändische Sprache weist zahlreiche Eigentümlichkeiten in der Ausdrucksweise auf und ist eine sehr bildhafte und blumige Sprache. Beispiel: Ein thailändisches Herz kann "stolpern" - also überrascht sein, es kann "fallen" (erschrecken) oder es kann feucht werden, was so viel wie "es fühlt sich wohl" bedeutet. Während dem gewöhnlichen Touristen das Eintauchen in die thailändische Sprache meist verwehrt bleibt, sind die thailändischen Grussformeln leicht zu erlernen. Vor den Namen (Vor- oder Nachname) wird die Vorsilbe "Khun" gesetzt, "Sawadie" wird eigentlich zu jeder Tageszeit zur Begrüssung verwendet, wobei der Gegrüsste das Wort einfach wiederholt und sozusagen als Dank das Wörtchen "khrab" (als Mann) bzw. "kha" (als Frau) anhängt. Will man sich bedanken, sagt man "khop khun khrab ", als Frau "khop khun kha". Und dann gibt es noch einen Satz, den zu lernen es sich lohnt: „mai pen rai“ bedeutet einfach nur „Och, das macht doch garnichts“ oder „Nicht der Rede wert“. Und damit ist Vieles entschuldigt.

Warum aber die Sprache so kompliziert darstellen? Dazu die nächsten Seiten.

Thailand / Sprache / Andere Einflüsse

Im geringeren Maße als die Mon-Khmer-Sprachen oder das Pali und das Sanskrit haben auch die malaiisch-javanischen Sprachen die Entwicklung der Thai-Sprache beeinflusst. Desweiteren nahmen über die malaiisch-javanischen Sprachen auch Begriffe aus dem Semitischen und später sogar aus dem Portugiesischen ihren Einzug ins Thai. Lehnwörter aus dem Chinesischen sind weitgehend auf den Handel, sowie auf die chinesische Speisenzubereitung beschränkt.

In jüngerer Zeit werden die meisten Anleihen, wie könnte es anders sein, bei der heutigen Weltsprache Englisch gemacht. Das Thai-Wort fur Mode lautet zum Beispiel fectjan, und das klingt verdächtig nach fashion. Das Thai-Wort fur deutsch ist jöraman, klar eine Anpassung des englischen Wortes german an die Thai-Aussprache. Die lustigste Adaption, auf welche man gestossen ist, stammt allerdings aus dem Italienischen und ist das Thai-Wort fur Papst. In Wörterbüchern findet sich dafür das folgende Thai-Wort: santapahpah.